Donnerstag, 6. Mai 2010

Scheinbar

Scheinbar - ein Wort, dass ich nicht mag. Es ist verbunden mit nachdenklichen Momenten.

Scheinbar hab ich was falsch gemacht, aber ich weiss es nicht, denn man sagt es mir nicht. Man bekommt keine Hinweise, ob man was falsch gemacht hat. Stattdessen macht man sich Gedanken, Gedanken um das "was wäre wenn".

Ja, ich bin ein wenig deprimiert, richtig.

Es gibt Momente, in denen man sein innerstes offenbart. Ab diesem Zeitpunkt ist man verwundbar. So verwundbar, dass man jede noch so belanglose Aussage in die Waagschale legt und jeden Satz in seine kleinsten Einzelteile zerlegt, um irgendwo eine positive oder negative Information zu finden.

Diese Momente können leider auch zu regelrechten Phasen werden, in denen man sich Nacht für Nacht den Kopf darüber zerbricht, warum es nun so ist, wie es ist.

Ich habe mein innerstes offenbart. Das Ergebnis ist zerstörend und es schmerzt.

Sicher, man kann Gras drüber wachsen lassen und sich auf schönere Zeiten freuen. Aber ist es nicht schlimm, wenn man dabei einen Menschen verliert, der einem in kurzer Zeit so extrem ans Herz gewachsen ist, dass man ihn nie wieder missen möchte?
Da verzichte ich lieber auf das wachsende Gras und eine schönere Zeit. Auf den Menchen kann ich nicht verzichten!

Scheinbar (da ist es wieder)....Scheinbar bin ich einen unverzeihlichen Schritt zu weit gegangen. Ob dem so ist, weiss ich nicht, denn ich bekomme keine Antworten auf meine vielen Fragen.

Man denkt, es gäbe einen kleinen Hoffnungsschimmer, doch im Nachhinein entpuppt sich das Ganze als Dummheit, als Fehler, eine Tat, die man am liebsten rückgängig machen möchte.

Auf der anderen Seite: Warum rückgängig machen, wenn es doch so wundervoll war. Eine einzigartige Erfahrung, ein wunderschönes Erlebnis. Schon lange hab ich mich nicht mehr so wohl gefühlt.

Die Zeit konnte ich nicht anhalten und zurück drehen kann ich sie ohnehin nicht. Ich frage mich, warum diese besonderen Erlebnisse immer ein so schnelles Ende finden. Warum kann in solchen Momenten die Zeit nicht einfach stehen bleiben?

Dann sind sie also doch plötzlich vorbei, diese wundervollen Momente. Was bleibt, sind Erinnerungen.

Um zu trösten, sagen Freunde "mit der Zeit vergisst man". Man vergisst die Stimme, das Lachen, die Farbe der Haare und Augen. Doch genau das will man nicht, nichts will man vergessen. Kein Wort, keinen Blick, nicht die beiläufigste Geste.

Denn das Wichtigste passiert immer nebenbei.

Ich wünsche mir, aus dieser Phase irgendwie wieder raus zu kommen, schaffe es aber im Moment nicht.
Da sich sogar das Wetter an meinen Gemütszustand anpasst, hoffe ich auf einen baldigen Sonnenaufgang.

In diesem Sinne....
Chris